Die Nachfolgenutzung des ehemaligen Nato-Flughafens beschĂ€ftigt die Hörsteler Kommunalpolitik seit langem. Bekanntlich sollen 25 ha Gewerbegebiet fĂŒr die Stadt herausspringen und auf einer FlĂ€che von 35 ha soll ein Energie- und Innovationspark entstehen. Dieses Ziel war der Mittelpunkt des GesprĂ€ches der CDU Kommunalpolitiker mit Anja Karliczek, Bundesministerin fĂŒr Bildung und Forschung. „Die Kunst ist es, Akteure an einen Tisch zu bringen und den Weg zu weisen!“, sagte die CDU-Politikerin und brachte das Stichwort „Wasserstoff“ ins Spiel. Die Nationale Wasserstoffstrategie sei gestartet und mit ihr der Ideenwettbewerb zu „GrĂŒnem Wasserstoff“. Die Wasserstoffstrategie soll „GrĂŒnen Wasserstoff“ marktfĂ€hig machen. Mit einer Sofortinitiative will der Bund Wirtschaft, Wissenschaft und BĂŒrgerschaft zusammenbringen, um Großprojekte auf den Weg zu bringen. „Wir wollen eine Aufbruchsstimmung und ein klares Signal an Innovatoren und Investoren geben, damit wir Leitmarkt fĂŒr „GrĂŒne Wasserstofftechnologien“ werden.“, warb Karliczek. Andreas Witte BĂŒrgermeisterkandidat der CDU, bestĂ€tigte, dass auf dem FlughafengelĂ€nde optimale Voraussetzungen fĂŒr die Umsetzung solcher Projekte gegeben seien. Wichtig sei es, jetzt auch zeitnah zu handeln. So gelte es noch in diesem Jahr konkrete GesprĂ€che mit Akteuren aus Wissenschaft und Wirtschaft zu suchen und das GelĂ€nde in die Nutzung zu bringen. Insbesondere fĂŒr Forschungseinrichtungen der MĂŒnsteraner und OsnabrĂŒcker Hochschulen, die in vielen Projekten mit Fragen zur Energieversorgung der Zukunft befasst sind, könnte der Energie- und Innovationspark beispielsweise Raum fĂŒr großflĂ€chige Forschungsprojekte und Pilotanlagen bieten.
Hierbei könne der notwendige ĂŒberschĂŒssige Strom auch auf der großen FlĂ€che durch neuartige Solarmodule erzeugt werden. Viele Möglichkeiten seien hier vorstellbar. Auch Bereiche der Bioökonomie mit nachwachsenden Rohstoffen im Sinne einer modernen, nachhaltigen Kreislaufwirtschaft seien laut Witte vorstellbar. „Geredet worden ist nun schon viel ĂŒber das GelĂ€nde, es ist nun Zeit, dass sich hier auch etwas dreht“, machte Witte deutlich, dass er als BĂŒrgermeister aktiv auf potentielle Interessenten zugehen will. Dass der Kreis Steinfurt im Landeswettbewerb „Modellregion Wasserstoff-MobilitĂ€t NRW“ zu den Gewinnern zĂ€hlt, berichtete Robert Everwand, Kreistagsmitglied aus Riesenbeck. „Hörstel hat mit dem Energie- und Innovationspark die Möglichkeiten, dort ganz vorn dabei zu sein.“ Man mĂŒsse die Chance nur sehen und ergreifen. Über den Verein „energieland2050“ werden zahlreiche regionale Akteure aus dem Verkehr, der Energiewirtschaft, Kreditinstitute und Kommunen zusammengebracht, um Projekte zu koordinieren, so Everwand. Dies mĂŒsse sich in Hörstel forttragen.

Hintergrund:
Anfang Mai hat die Regierungskoalition ein umfassendes Maßnahmenpaket vereinbart, das einen deutlichen Akzent bei Zukunftsthemen setzt. Zu diesen Vorhaben gehört auch der Einstieg in eine Wasserstoffwirtschaft mit dem GrĂŒnen Wasserstoff als EnergietrĂ€ger der Zukunft. Am 10. Juni hat die Bundesregierung die Nationale Wasserstoffstrategie beschlossen. Eine intensive Nutzung des GrĂŒnen Wasserstoffs ist von zentraler Bedeutung fĂŒr den Klimaschutz, aber auch fĂŒr den Erhalt der Industrie in Deutschland: GrĂŒner Wasserstoff wird klimafreundlich aus Wind- und Sonnenenergie erzeugt und ist entscheidend fĂŒr die Dekarbonisierung wichtiger deutscher Kernbranchen wie der Stahl- und Chemieindustrie, aber teilweise auch des Verkehrssektors. Damit Europa bis 2050 klimaneutral wird, mĂŒssen klimafreundliche Lösungen vor allem fĂŒr die CO2-intensiven Industrien gefunden werden. Zugleich können sich Wasserstofftechnologien zu einem zentralen GeschĂ€ftsfeld der deutschen Exportwirtschaft entwickeln. Deutsche Firmen sind weltweit fĂŒhrend bei Wasserstofftechnologien. Mit dem Ideenwettbewerb „Wasserstoffrepublik Deutschland“ mit einem Umfang von rund 600 Millionen Euro sind ab sofort Innovatoren aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft aufgerufen, Ideen fĂŒr den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft einzureichen. Im Fokus stehen Forschung und Innovation fĂŒr DurchbrĂŒche bei der Wasserelektrolyse im Industriemaßstab und fĂŒr Transportlösungen zum GrĂŒnen Wasserstoff. Außerdem wird das BMBF die Grundlagenforschung insbesondere fĂŒr bessere Materialien und Komponenten, aber auch fĂŒr alternative Erzeugungsverfahren fördern.

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